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Vorbemusterung – Endlich mal was zum Anfassen

Heute machen wir eine kleine Zeitreise in das Jahr 2018, um genau zu sein zum 17. November 2018. An diesem Tag hatten wir unseren Termin der Vorbemusterung. Nun ist Frankenberg ja nicht gleich um die Ecke bei Stuttgart, weswegen wir den Termin mit einem Besuch bei meinen Eltern in Leverkusen verbunden haben. Diese haben wir auch gleich mit eingesackt, so dass wir Fingerhaus noch ein bisschen besser auf die Finger schauen konnten. Denn die Vorbemusterung war noch bevor wir den Werkvertrag im Dezember unterschrieben haben.

Frankenberg Leverkusen Route
Frankenberg Leverkusen Route

Nun aber zum Tag selber. Ganz früh aufstehen hieß es. Knapp drei Stunden Fahrtzeit und um 9 Uhr sollte es schon losgehen, da noch mindestens eine andere Familie dabei sein sollte. Die war schon am Vorabend in Frankenberg angereist. Wir also um 6 Uhr ins Auto und ab auf die Autobahn, welche in den Morgenstunden zum Glück recht wenig Verkehr hatte und wir kamen so gut durch. Angekommen sind wir so gegen 9:05 Uhr. Nach einer kurzen Begrüßung von unserem Berater und einem weiteren Fingerhaus Mitarbeiter, wurde uns der Tagesplan erklärt. Zunächst sollte es ins Werk selber gehen, danach in die Bemusterungsausstellung. Zwischenzeitlich sollte auch für unser Wohl gesorgt werden, beim Italiener war schon ein Tisch für uns reserviert.

Das Werk

Wie viel kann so eine Wand tragen?

Das Werk war direkt gegenüber der Eingangshalle von Fingerhaus und war deutlich kleiner als ich erwartet habe. Die Halle ist in unterschiedliche Bearbeitungsbahnen aufgeteilt, so dass die Wandelemente nacheinander fertiggestellt werden. Jedes Element ist dabei mit der Nummer und dem Namen der Hausherren versehen, so dass es nicht zu Verwechslungen kommen kann. Wenn man die Halle betritt, ging es für uns direkt rechts um die Tür. Denn dort war der Aufhängetest aufgestellt oder eher aufgehangen. Hier wurde eins der Wandelemente zur Veranschaulichung der Tragkraft aufgestellt und mit einem Plexiglasloch konnte man sehen, dass hier nicht getrickst wurde. In das Element selber wurde ein 150kg Stahlträger an einer der größeren Spaxschrauben gefestigt. Er hing da und machte nicht den Anschein in der nächsten Zeit runterzufallen. Einen kleinen Hebetest des Stahlträgers haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen, 150kg sind gar nicht mal so leicht.

Der Wandaufbau – Holz oder Styro?

Die nächste Station war der Wandelementaufbau selber. Hier waren die Innen- und Außenwände im Querschnitt aufgestellt und uns wurde nochmal erklärt wie sich diese zusammensetzen. Dabei wurde auch auf die Unterschiede zwischen der Standard Styrowand und der auch wählbaren Holzwand erklärt. Zweiteres ist etwas schlechter in der Dämmung und einige Euro teurer, aber dafür ist es besser für die Umwelt. Auch wenn die Standardwand die sogenannten Gelben Kügelchen beinhaltet, welche dazu führen, dass die Wand nicht in den Sondermüll muss, sondern ganz normal entsorgt werden kann. Aber wer möchte schon in den nächsten 30 Jahren seine Wände erneuern. Für uns war der Part nicht relevant. Das einzige Argument, welches bei der Auswahl der Hauswand, zu tragen gekommen ist, war das Wohlfühlgefühl, welches von einigen Konkurrenten von Fingerhaus angebracht wird.

Wir waren in vielen Fertighäusern mit unterschiedlichen Wandaufbauten. Wenn man es nicht weiß, merkt man keinen Unterschied. Kleine Anekdote zu der Konkurrenz mit einem Holzaufbau. Diese hatten tatsächlich einen Dämmungstest, welcher zeigen sollte, dass die Styrowand deutlich schlechter ist. Hinterfragt solche Tests! Hier wurde ein normales Styropor aus dem Baumarkt genommen und die beiden Testeinheiten hatten auch unterschiedliche Leuchtmittel verbaut. Dadurch hat die Holzwand natürlich besser abgeschnitten. Die Vertreter der Hersteller wollen euch ihr Angebot schmackhaft machen und dafür sind ihnen alle Mittel recht.

Aber nun wieder zurück zu Fingerhaus. Die Werksführung selber ging ca. 2 Stunden und wir konnte alle Werksstraßen sehen. Von den Maschinen die das Holz der Wände automatisiert zurecht sägen, über den Einbau der Fenster, bis hin zum Dach. Es ist schon was ganz anderes so etwas live zu sehen und die einzelnen Schritte zu durchlaufen. Die Wandelemente waren dabei alle aufgehangen und wurden immer weitergeschoben. Ich kann jedem nur Empfehlen so eine Werksführung vor Vertragsunterschrift zu machen!

Die Vorbemusterung

Ein Haus von Außen

Nach der Werksführung ging es zurück zur Begrüßungshalle. Kurz ein Kaffe und dann sollte es auch schon in die erste Etage gehen. Hier fing die eigentliche Vorbemusterung an.

Dachziegel rot
Dachziegel rot

Die erste Station waren die Außenwandfarben. Hier bleiben wir bisher wohl im Standard – es soll weiß werden. Danach waren die Dachziegel aufgereiht. Da wir vom Bebauungsplan nur Rottöne verwenden dürfen, werden wir zu einem Bordeauxrot tendieren. In den beiden Kategorien ist schon sehr viel im Standard vorhanden, aber natürlich gibt es noch ein paar Farben jeweils mehr, welche dann nur durch das nötige Kleingeld ausgewählt werden können. Preise sind natürlich keine ausgeschrieben, so dass man nur nach Vorliebe selber aussuchen kann – zumindest in der Vorbemusterung. Lediglich der Unterschied zwischen Standard und Zukauf ist geregelt und zwar an dem Fingerhaussymbol auf der Beschreibungstafel. Ist das Symbol farbig, ist es im Standard. Ist das Symbol grau, ist es nur durch den Zukauf auswählbar.

Türgriffe Standard
Türgriffe Standard

Die nächste Station waren Fenster, Türen, Fensterbänke und Griffe. Wir waren verwundert, wie viel Fingerhaus hier im Standard hat. Hier sollte für jeden etwas dabei sein. Die restliche Bilder zur Vorbemusterung sind im übrigen in der Galerie zu finden.

Türen Standard
Türen Standard
Somfy Smart Home
Somfy Smart Home

Auf der gleichen Ebene wie Türen und Fenster war auch das Somfy Smarthome zu finden. Ich denke, dass sie hier keinen vernünftigen Platz mehr gefunden haben, passt nicht wirklich zur „Haushülle“. Da anfänglich gesagt hatte, dass ich das wollte, wurden mir natürlich die ganzen Vorteile aufgelistet. Doch mal ehrlich, Somfy ist sein Geld nicht wert. Man macht sich von einem Hersteller abhängig und teuer ist es auch noch. Meine Smarthomepläne werden immer konkreter und in den nächsten Monaten wird es dazu sicherlich auch noch den ein oder anderen Post geben.

Die Heiztechnik

Luft Wasser Wärme Pumpe
Luft Wasser Wärme Pumpe

Da steht sie, unsere LWZ oder auch nicht mehr, weil Stiebel Eltron die LWZ 304 Trend mittlerweile aus dem Programm genommen hat. Hier wurden wir automatisch auf das neuere und größere Modell geupgraded. Auch ausgestellt war die Erdwärme, da wir aber ein Grundstück mit Bach haben, ist die leider nicht in die Auswahl gekommen – sehr schade!

Wasser Enthärtung
Wasser Enthärtung

Was auch noch in der Abteilung der Heiztechnik steht, ist das Kühlelement für die LWZs. Diese sollte dringend (!) erst in der Bemusterung aufbemustert werden, sofern man einen niedrigen KFW Wert anstrebt. Da es bei uns KFW 40+ wird, werden wir diese Option wählen und später aufbemustern – Kostenpunkt 2.500€. Dazu kommt noch ein Weichwasseraufbereiter, da wir im Ort eine Wasserhärte von 12,5 haben werden, kommen wir da nicht drum rum. Denn das was passiert, wenn man nicht extra den Kalk aus dem Wasser filtert, haben wir aktuell. Alles ist verkalkt und das möchten wir dann doch nicht mehr im eigenen Haus haben – Kostenpunkt weitere 2.500€.

Von Schaltern und Dosen

Dosen
Dosen

Danach ging es zu den Lichtschalter, Türklingeln und meinem Favoriten den Steckdosen. Hier waren natürlich auch 0815 Dosen, aber auch die Homeway Dosen. Wer in jedem Zimmer CAT Kabel ziehen möchte, sollte sich diese entweder direkt mit in den Werkvertrag nehmen lassen oder aber aufbemustern. Auch muss man auf den technischen Merkmale achten, denn nur die doppelte CAT Dose hat einen guten Durchsatz. Also wer CAT6 oder CAT7 voll ausnutzen möchte, sollte diese wählen.

Hoch hinaus wollen wir – eine Treppenauswahl

Treppe Eiche
Treppe Eiche

Die Auswahl der Standardtreppen ist sehr überschaulich, aber wenn man ein paar Euro in die Hand nimmt, kann man hier echt schöne Treppen in sein Heim holen. Wir hatten das Glück, dass wir unseren Werkvertrag während einer Treppenaktion unterschrieben haben und deswegen keinen Aufpreis für andere Farben der Standard-Buche-Treppe zahlen müssen. Welche Farbe es wird, wissen wir aber noch nicht.

Treppenholz
Treppenholz

Das Bilder hier zeigt die Farbauswahl, welche wir haben. Ihr seht sicherlich unser Problem. Wir haben einfach zu viele Farben zur Auswahl!

Innentüren und Bodenbeläge

Die nächste Station waren die Innentüren, der Standard war ok, aber nichts besonderes. Hier haben wir nicht genauer geschaut, da der Kostenpunkt der Innentüren sehr hoch ist im Vergleich zu dem was man außen bekommt. Man kann die Innentüren auch selber kaufen und entweder ganz selber einbauen oder einbauen lassen. Dadurch kommt man etwas preiswerter weg. Ähnlich sieht es bei den Bodenbelägen aus, besonders weil diese erst im Schlüsselfertig Haustyp vorhanden sind. Lediglich die Bäder werden bei uns im Fast Fertig Haustyp von Fingerhaus gefliest. Das restliche Haus wird ein Mix aus Fliesen und Vinyl.

Wasser marsch! So viele Bäder

Nach der Mittagspause beim Italiener, bei dem es wirklich leckeres Essen gibt, ging es weiter im Programm. Auf in die weiten der Feuchträume oder wie andere es nennen, das Bad. Da wir drei Bäder haben werden, haben wir hier einiges zum aussuchen oder auch nicht. Wir haben nämlich vor das Elternbadezimmer selber zu machen. Hier haben wir auch gleich nachgefragt, ob das überhaupt möglich ist. Die Antwort im O-Ton „die Anfahrt muss sich lohnen und bei zwei Badezimmern, ist das gegeben“. Jackpot! Also nur noch zwei Badezimmer bei Fingerhaus ausstatten bzw. ein Kinderbad mit Dusche und ein Gäste-WC.

Dusche Standard
Dusche Standard

In der Badausstellung selber waren sehr sehr viele Badewannen, Duschwannen, Fliesen und Badarmaturen. Hier werden wir definitiv fündig, wenn es dann in ein paar Monaten soweit ist. Auch sehr nett war, dass es thematisch eingerichtete Bäder gab und immer die Quadratmeteranzahl mit angegeben wurde. So konnte man sich gut einen Eindruck verschaffen was bei einem selber möglich ist.

Armatur Standard
Armatur Standard

Alle übrigen Bilder der Vorbemusterung sind auch in unserer Galerie zu finden.

Sento 500B – Unser Haus nur gespiegelt

Abschließend ging es in das frisch aufgestellte Sento 500B, welches erst zwei Monate vor Ort begehbar ist. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch das Sento 400B mit Erker geplant. Doch schnell wurde uns klar, dass ein Erker nur minimal mehr Platz liefert und wieso nicht gleich die ganze Wand etwas raus ziehen. So sind wir dann beim Sento 500B gelandet und der Erker war sowieso nur da, weil wir mehr Platz für den Beamer brauchten.

Es war ein komischen Gefühl in sein Haus zu treten, weil es ist der gleiche Haustyp, so wird es aussehen, aber im Endeffekt ist es noch nicht dein. Wenn man andere Sachen kauft, ist es selbstverständlich vorher den Fühltest zu machen, aber beim Hauskauf/-bau. Das ist eher der Sonderfall. Wie wir so durch die einzelnen Zimmer geschlendert sind, wurden wir uns immer sicherer – das ist genau die richtige Entscheidung. Perfekt für uns zugeschnitten, super geräumig, aber zugleich fühlt man sich pudelwohl. Einfach toll das Sento 500B.

Nach guten 30 Minuten durch das Haus laufen, alles ganz genau beobachten und gedanklich schon die Möbel stellen, ging es zurück auf die Autobahn in Richtung Stuttgart. Ein paar Stunden Fahrt waren es dann noch. Auf der Rückfahrt wurden wir gewarnt, dass südlich von Frankenberg in den Dörfern sehr viele Blitzer stehen. Es wurde nicht untertrieben, so viele Blitzer auf einem Haufen sieht man selber. Passt also auf, wenn ihr auch mal in der Gegend sein solltet. Das beendet auch unsere kleine Zeitreise zu unserer Vorbemusterung. Hoffentlich darf ich bald dann auch über unsere richtige Bemusterung schreiben.

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